Der Verleger als Pionier

Hans-Rudolf Stauffacher und Eugène Ionesco

Hans-Rudolf Stauffacher und Eugène Ionesco

Der Verleger als Pionier: Hans Rudolf Stauffachers Beitrag
zum Erfolg von Eugene Ionesco

Marie-Christine Gay

 

Dem Verleger Hans Rudolf Stauffacher ist es zu verdanken, dass die Theater der BRD, der Schweiz und Österreichs immer wieder und mit beachtlichem Erfolg das Bühnenwerk des Dramatikers Eugène Ionesco aufführten – neben Samuel Beckett und Arthur Adamov war der aus Rumänien stammende Schriftsteller einer der wichtigsten Vertreter des „Theater des Absurden“, der französischen Theateravantgarde der fünfziger Jahre. Stauffacher spielte insofern bei der Rezeption des Werkes Ionescos eine maßgebende Rolle, als er seinen Stücken den Schritt von den Pariser Ateliertheatern der „Rive Gauche“ zu den wichtigsten deutschsprachigen Bühnen ermöglichte und sich somit dem Dramatiker der Weg zur internationalen Anerkennung eröffnete. In seinem in Zürich beheimateten Verlag veröffentlichte Stauffacher nicht nur Ionescos Stücke, sondern begutachtete ebenfalls die oft schwierige Übersetzung der Texte oder wirkte gar bei ihnen mit, engagierte sich leidenschaftlich für die Verbreitung und Aufführung der Werke im gesamtdeutschen Raum – mit Ausnahme der DDR – und pflegte stets einen von Freundschaft geprägten Kontakt mit dem Autor. Indem er als einer der ersten Verleger der fünfziger Jahre den Transfer avantgardistischer Theatertexte unterstützte und mitgestaltete, gehörte Stauffacher zu den Pionieren des deutsch-französischen kulturellen Dialogs der Nachkriegszeit.

 

Hans-Rudolf Stauffacher von Varlin

Hans-Rudolf Stauffacher von Varlin

Nach Kriegsende gründete Stauffacher seinen auf Theaterstücke spezialisierten Verlag. Zahlreiche Aufenthalte in Paris schürten sein Interesse für die Dramatiker der neuen Avant-Garde und so nahm er unter anderem die Bühnenwerke von Jean Tardieu, Boris Vian, Jacques Audiberti, George Schéhadé und sogar des Vorreiters Alfred Jarry, die er dank seines vortrefflichen Beherrschens der französischen Sprache im Original las, in seinen Verlag auf. Die Vorliebe Stauffachers für diese Theaterströmung bewogen ihn zum regelmäßigen Aufsuchen der kleinen Pariser Bühnen, in denen ebenfalls seit der Uraufführung von Ionescos Kahler Sängerin (La Cantatrice chauve) im „Théâtre des Noctambules“ am 11. Mai 1950 die Stücke dieses Autors wiederholt inszeniert wurden. Die Umstände, die zur Kontaktherstellung zwischen Stauffacher und Ionesco führten, sei es zum Beispiel durch den Pariser Regisseur Jean-Louis Barrault oder den surrealistischen Künstler Victor Brauner, bleiben unklar. Fest steht jedoch, dass auch Ionesco seit längerem das Bestreben hatte, sich an Stauffacher zu wenden. „Ich wollte Ihnen seit langem schreiben“, erklärt der Dramatiker in einem Brief vom 14. Juni 1955, „den Entschluss habe ich von Tag zu Tag verschoben und die Zeit ist vergangen“[1]. In seiner Antwort vom 22. Juni 1955 drückt Stauffacher den Wunsch aus, Ionesco in persona zu begegnen: „Wir müssen uns unbedingt bald kennenlernen, denn ich bin ein großer Bewunderer Ihres Werkes“[2], beteuert der Verleger, der – so ist es demselben Brief zu entnehmen – bereits die Rechte der Stücke Die Unterrichtsstunde (La Leçon), Amédée oder Wie wird man ihn los (Amédée ou Comment s’en débarrasser) und Opfer der Pflicht (Victimes du devoir) besaß. In demselben Schreiben wird zudem Stauffachers gute Kenntnis der deutschsprachigen Theaterlandschaft deutlich sowie sein Bemühen, Ionesco in dieser Hinsicht aufzuklären: „Entschuldigen Sie bitte diesen Erdkundeunterricht zum Thema deutsches Theater, aber es scheint mir ziemlich wichtig, Sie über die Konstellation, die zum Beginn Ihrer deutschen Karriere geführt hat, zu informieren“, erklärt Stauffacher und setzt hinzu: „Ich bin sehr glücklich“[3] – Zeilen, die eine große Freundschaft ankündigen.

 

Hans-Rudolf Stauffacher

Hans-Rudolf Stauffacher

Der Briefwechsel zwischen dem Verleger, dem Dramatiker und einigen Regisseuren zeugt davon, wie sich Stauffacher um eine möglichst exakte Übersetzung der Stücke bemühte, von denen vor allem die ersten durch ihre Klang- und Wortspiele Schwierigkeiten bei der Übertragung ins Deutsche bereiteten. Zudem beteiligte sich Stauffacher an Claus Bremers und Christoph Schwerins Übersetzung der Nashörner (Rhinocéros) und fertigte diejenige von Der König stirbt (Le roi se meurt) zusammen mit Claus Bremer an. Folgender Briefausschnitt an den Regisseur Karl Heinz Stroux verdeutlicht beispielhaft, wie sich Stauffacher, Stroux und die Übersetzerin Lore Kornell intensiv mit der Übertragung der Figurennamen und des Titels auseinandersetzten, in diesem Falle bei dem Stück Fußgänger der Luft (Le Piéton de l’air): „In dieser ersten Übersetzung, so haben wir [Stauffacher und Kornell] uns geeinigt, werden die Personennamen und der Charakter des Ganzen noch französisch gelassen. Natürlich möchte ich gern, wie in den Nashörnern und in Mörder ohne Bezahlung die Hauptfigur Behringer nennen und nicht Bérenger. Da jedoch im Piéton Bérenger ein französischer Schriftsteller in England ist, da auch der meridionale Charakter betont wird, müssen wir die Sache genau überlegen. Ein ebensolches Problem gibt der Titel auf. Am schönsten wäre, wie Du [Stroux] auch sagtest Der Spaziergänger am Himmel. Wir haben allerdings Bedenken, weil Ionesco L’air sagt und nicht Ciel, also nur die Spur eines theologischen Anklangs im Wort Himmel vermeidet. Frau Kornell schlägt bisher vor Fußgänger der Luft[4].

 

Eugène Ionesco | Copyright by Silvie Stauffacher

Eugène Ionesco | Copyright by Silvie Stauffacher

Stauffachers Verdienst besteht vor allem darin, sich um die Bekanntmachung und Verbreitung von Ionescos Stücken und deren Aufführung bemüht zu haben. Die Umsetzung seines Vorhabens war umso schwieriger, als Ionescos „Pseudo-Dramen“ einen tiefen Bruch zu bisherigen Theaterformen darstellten, sowohl in ihrer Sprachgewalt als auch in ihrem – dem ersten Anschein nach – sinnentleerten und unstrukturierten Inhalt. Zahlreiche Dramaturgen, Regisseure und Intendanten schreckten somit vor einer Umsetzung der Stücke angesichts der Manuskripte zurück. Geduldig und zielstrebig gelang es dem Verleger, zuerst experimentierfreudige Zimmertheater, später renommierte Landes- und Stadttheater für Ionescos Werke zu begeistern. Schließlich wurden sogar fünf Stücke Ionescos zwischen 1958 und 1970 auf westdeutschen Bühnen, in Darmstadt und Düsseldorf, welturaufgeführt – d.h. noch vor den Pariser Inszenierungen.

 

Während der Woche zeitgenössischer französischer Dramatik, die vom 21. bis zum 26. März 1956 unter der Intendanz von Hans Schalla im Schauspielhaus Bochum stattfand, wurde zum ersten Mal ein Stück Ionescos in deutscher Sprache gespielt: Der in Köln tätige Regisseur Friedrich Siems inszenierte Amédée oder Wie wird man ihn los. Dass sich Stauffacher in Ionesco nicht getäuscht hatte, wurde dadurch bestätigt, dass Theaterkritiker auf die Eigentümlichkeit und Wichtigkeit dieses Werkes hinwiesen. So stellte Hermann Wanderscheck in der Abendpost Frankfurt einen Vergleich zu Becketts Erfolgsstück Warten auf Godot her: „Äußerste Realität wie diese sah man bisher noch auf keiner deutschen Bühne – und Godot mag uns heute schon als schwach-drastische Improvisation einer solchen ‘äußersten Situation des Menschen’ erscheinen“[5]. Im Juni desselben Jahres inszenierte Rudolf Jürgen Bartsch Die Unterrichtsstunde im Mainzer Zimmertheater und Die Kahle Sängerin im Kleinen Theater in Bern[6]; ein Jahr später, am 7. Juli 1957, wurde Die Kahle Sängerin ebenfalls im Mainzer Zimmertheater auf die Bühne gebracht.

 

Das Abenteuer Ionesco – Beiträge zum Theater von Heute

Das Abenteuer Ionesco – Beiträge zum Theater von Heute

Als Gustav Rudolf Sellner, der Intendant des Landestheaters Darmstadt, Die Unterrichtsstunde und Opfer der Pflicht auf den Spielplan setzte, hielt es Stauffacher für notwendig, das Publikum der am 5. Mai 1957 geplanten Premiere auf beide Stücke vorzubereiten. Der Verleger bat den Theaterkritiker Albert Schulze Vellinghausen, am Vorabend der Premiere einen Vortrag über das Werk Ionescos zu halten. Das Abenteur Ionesco, ein vierzehn Seiten langer Text, der ein Jahr später beim H. R. Stauffacher erschien[7], ist der erste in Deutschland verfasste Aufsatz über Ionesco: die Bezeichnungen, die Schulze Vellinghausen für das Werk Ionescos fand – seine Stücke seien „Klischee und Sprachtrümmer […] Denktrümmer!“ und seine Sprache ein „Wortballett“ [8] – prägten die Rezeption Ionescos in den deutschsprachigen Ländern. Die von Stauffacher vorbereitete Maßnahme erwies sich zwar als hilfreich, konnte jedoch keinen Theaterskandal verhindern; denn das Premierenpublikum, das während der Unterrichtsstunde bereits ungeduldig wurde, war während der Aufführung von Opfer der Pflicht nicht mehr zu bremsen. So schrieb Egon Vietta in Der Standpunkt: „Ein veritabler Theaterskandal. Es fängt mit Scharren, Rufen, Protesten an, wächst zum Gelächter, ebbt ab, schwillt an, überrollt ganze Zuschauerreihen, geht in Trampeln über und plötzlich meutert der ganze Theatersaal der Darmstädter Orangerie“[9]. Viele Kritiker, so Alfons Neukirchen, lobten den Mut des Intendanten und Regisseurs Sellner, der durch diese Stückauswahl endlich einen „Markstein in der friedlichen, allzu friedlichen deutschen Theatergeschichte der Nachkriegszeit“[10] gesetzt habe.

 

Wenige Monate später, am 8. September 1957, ließ Ionesco Stauffacher bereits das Manuskript seines letzten Stückes zukommen, in der Hoffnung, sein Verleger würde es an Sellner weiterleiten. So geschah es, und Mörder ohne Bezahlung (Tueur sans gages) wurde am 14. April 1958 unter der Regie Sellners in Darmstadt welturaufgeführt. Ionesco äußerte sich zu dieser schwerwiegenden Entscheidung folgendermaßen: „Hier wurde mit Unterrichtsstunde und Opfer der Pflicht eine Theaterschlacht gewonnen. Darmstadt hat meinen Stücken den Durchbruch gebracht. Das neue Stück ist sehr schwer zu inszenieren, und ich habe volles Vertrauen zu Sellner“[11]. Doch nicht nur Sellner verdankte Ionesco den rasenden Erfolg seiner Stücke, sondern in erster Linie Stauffacher. Diese hatte es geschafft, Ionescos Werk in der BRD durchzusetzen, wie man es demselben Zeitungsartikel entnehmen kann: „Auf seiner Fahrt nach Darmstadt, die Ionesco mit seinem Verleger H. R. Stauffacher von der Schweiz aus angetreten hat, kam er durch kaum eine größere Stadt, die nicht gerade ein Stück von ihm auf dem Spielplan hat“[12]. Dass die Uraufführung eines Werks Ionescos in einem westdeutschen Theater stattfand, war ein bemerkenswertes Ereignis: „[Man] durfte darin ein Zeichen sehen, wie deutsche Theater an internationaler Wertschätzung wieder gewinnen“[13], schrieb der Kritiker Johannes Jacobi.

 

Eugène Ionesco | Copyright by Silvie Stauffacher

Eugène Ionesco | Copyright by Silvie Stauffacher

Vier weitere Uraufführungen der Werke Ionescos förderten ebenfalls das internationale Ansehen der deutschen Theaterlandschaft: Am Düsseldorfer Schauspielhaus wurden unter der Intendanz und Regie von Karl Heinz Stroux Nashörner (Rhinocéros) am 31. Oktober 1959, Fußgänger der Luft (Le Piéton de l’air) am 15. Dezember 1962, Hunger und Durst (La Soif et la Faim) am 30. Dezember 1964 und schließlich Triumph des Todes (Jeux de massacre) am 24. Januar 1970 uraufgeführt. Diese nach wie vor in Frankreich weitgehend unbekannte Tatsache war damals von außerordentlicher Bedeutung für die hart errungene Anerkennung des deutschsprachigen Theaters bei den europäischen Nachbarländern nach dem zweiten Weltkrieg und wäre ohne den Einsatz des Schweizer Verlegers wohl kaum zustande gekommen. Stauffacher hatte bereits kontinuierlich Manuskripte von Ionescos Stücken an das Düsseldorfer Schauspielhaus geschickt und der Dramatiker seinerseits ebenfalls auf eine Zusammenarbeit mit Stroux gehofft: „Nashörner ist fertig. […] Wie steht es mit Düsseldorf? Immer noch bereit, ein Stück zu inszenieren? Wenn es mit dem Mörder [ohne Bezahlung] nicht klappt, versuchen wir’s mit den Nashörnern[14], schrieb Ionesco an seinen Verleger im April 1958. Nachdem mehrere Berliner Theater die Nashörner abgelehnt hatten, ließ es Stauffacher dem Intendanten des Düsseldorfer Schauspielhauses mit folgenden Erklärungen zukommen: „ Es ist der Umstand, daß ein Stück vorliegt, das aus der Experiment-Sphäre gehoben ist und zudem ein großes Theater erfordert. Dann besteht durchaus die Möglichkeit, bei schnellem Entschluss die Uraufführung wieder in Deutschland zu machen, obwohl auch schon bereits in London und New York (ganz abgesehen von Paris) das Interesse sich regt, wobei ich weiß, daß dort erste Agenturen dahinter stehen. […] Wie Sie wissen [sic] war bisher Ionesco für Starts in Deutschland in Darmstadt bei Herrn Sellner beheimatet. Dies war und ist sehr gut so. Hingegen sind es zwei Gründe, die mich veranlassen, für den Start dieses Stückes diesmal ein anderes und vor allem dem Umfang nach größeres Theater zu suchen: 1. ergibt sich das aus der oben beschriebenen Natur des Stückes und 2. hat nun Darmstadt drei Jahre hintereinander betont und experimentell seinem Publikum Ionesco vorgesetzt. Deshalb ist dort eine Pause mindestens von einiger Notwendigkeit“[15]. Eva Stroux, die Witwe des Intendanten und Regisseurs Stroux, erinnert sich, dass ihr Mann das Stück innerhalb einer Nacht durchlas und am nächsten Tag den Verleger scherzend zurechtwies, weil er ihm die Nashörner so lange verheimlicht hatte. Als Stauffacher erfuhr, dass sich seinerseits der Pariser Regisseur Jean-Louis Barrault für das Stück interessierte und zudem Salvador Dalí die Verantwortung für das Bühnenbild vorgeschlagen hatte, ließ er sich jedoch nicht aus der Fassung bringen und spornte Stroux an, die Uraufführung nicht aus der Hand zu geben: „Von der propagandistischen Seite her gesehen, ist das Gespann Barrault-Dalí-Ionesco natürlich gewaltig“, sah Stauffacher ein, doch er betonte gleichzeitig: „Nun liegt hier also unsere Chance, dem europäischen, ja dem Welttheater zuvorzukommen, d.h. sich an den Anfang anzureihen“[16]. Nur zu Recht hatte Stauffacher erkannt, welches Potential in diesem Stück lag und wie sehr eine große Bühne vonnöten war: Die Uraufführung der Nashörner am 31. Oktober 1959 war ein regelrechter Triumph, einer der größten westdeutschen Theatererfolge der Nachkriegszeit sowie vermutlich ausschlaggebend für Ionescos Bekanntwerden in weiteren Erdteilen, zum Beispiel in den USA. So prophezeite der Kritiker Alfons Neukirchen: „In Düsseldorf wurde an diesem Abend ein Stück Welttheater geboren“[17].

 

Stroux’ Inszenierungen von Fußgänger der Luft im Dezember 1962, von Hunger und Durst im Dezember 1964 und von Triumph des Todes im Januar 1970 zählen ebenfalls zu den nennenswerten Erfolgen des Düsseldorfer Schauspielhauses. So wurde dieses Theater zu einer der wichtigsten Aufführungsstätten des Werkes Ionescos, welches in Stroux’ Inszenierungsästhetik ein szenisches Pendant gefunden hatte: „Wir sprachen zwar nicht dieselbe Sprache, doch uns verband dieselbe Ausdrucksweise“ [18], beteuerte Ionesco. Dem Schweizer Verleger war es also gelungen, eine langjährige Zusammenarbeit zwischen einem französischen Schriftsteller und einem deutschen Regisseur herzustellen. Auch zwischen ihnen kam es letztlich zu einer tiefen Freundschaft, wie es in folgenden Zeilen von Ionesco an Stroux zum Ausdruck kommt: „Wie sehr würde ich gerne das Jahr 1958 schreiben und wie sehr würde ich wieder von Neuem beginnen wollen, mit Ihnen, und alles erneut erleben“[19].

 

Hans Rudolf Stauffacher war es, der Ionescos Erfolg auf den westdeutschen, österreichischen und Schweizer Bühnen zuwege brachte. Ebenso haben es diese dem Verleger zu verdanken, dass er sie mit einem Dramaturgen wie Ionesco bereichert und unter anderem dadurch dem deutschsprachigen Theater zu einer wertgeschätzten Stellung auf europäischer Ebene verholfen hat.

 

Stauffacher hatte also weitaus mehr als nur die Rolle des Verlegers inne. Ab 1963 warb er auch in weiteren europäischen Ländern für Ionescos Stücke und in einem Brief vom 31. Dezember 1962 schrieb ihm dieser: „Sie sind mein Generalvertreter“[20] – eine zutreffende Bemerkung, die von dem großen Vertrauen Ionescos und seinem Dank gegenüber Stauffacher zeugt.

 

Marie-Christine Gay
Doctorante en études théâtrales / Université Paris Ouest Nanterre
Doktorandin in Medienkulturwissenschaften und Theater / Universität zu Köln

 


 

[1] „Je voulais depuis longtemps vous écrire; j’ai remis la décision de jour en jour, et le temps a passé“. Brief von Ionesco an Stauffacher vom 14. Juni 1955, private Sammlung Daniel Stauffachers. Übersetzung Marie-Christine Gay.

[2] „Il faut absolument que nous fassions connaissance bientôt, car je suis un grand admirateur de votre œuvre“. Brief von Stauffacher an Ionesco vom 22. Juni 1955, private Sammlung Daniel Stauffachers. Übersetzung Marie-Christine Gay.

[3] „Excusez-moi de vous avoir donné une leçon de géographie théâtrale sur l’Allemagne mais il me semble assez important que vous sachiez un peu la constellation qui a donné naissance à votre carrière allemande. Je suis très heureux“. Ebenda.

[4] Brief von Stauffacher an Stroux vom 12. Juli 1962, Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Nachlass Karl Heinz Stroux, KHS III 1.1. 6735.

[5] Hermann Wanderscheck: „‘Wie wird man ihn los ?’ wird mit einer grausigen Komik beantwortet“, Abendpost Frankfurt, 28. März 1956, Stadtarchiv Bochum.

[6] Die genauen Premierendaten waren den Dokumenten der Schweizer Theatersammlung und der privaten Sammlung Daniel Stauffachers nicht zu entnehmen.

[7] Eugène Ionesco, Albert Schulze Vellinghausen, Gustav Rudolf Sellner (Hg.): Das Abenteuer Ionesco. Beiträge zum Theater von Heute, Zürich, Verlag Hans Rudolf Stauffacher, 1958.

[8] Ebenda, S. 15.

[9] Egon Vietta: „Publikum gegen Ionesco“, Der Standpunkt, 17. Mai 1957, Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln.

[10] Alfons Neukirchen: „Untersuchung eines Theaterskandals. Sellner Ionesco – Inszenierung im Darmstädter Landestheater“, Düsseldorfer Nachrichten, 10. Mai 1957, Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln.

[11] Anonym: „Ionesco vor den Toren. Das Landestheater bereitet die Uraufführung seines neuen Stückes vor“, Darmstädter Echo, 12. März 1958, Universität- und Landesbibliothek Darmstadt.

[12] Ebenda.

[13] Johannes Jacobi: „Ionescos ‚Mörder ohne Bezahlung’“, Die Zeit, 24. April 1958, Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln.

[14] „Le Rhinocéros est terminé. […] Comment va Düsseldorf ? Toujours disposés à monter une pièce? Si ce n’est pas possible de monter le Tueur, essayons Rhinocéros“. Brief von Ionesco an Stauffacher vom 12. April 1958, private Sammlung Daniel Stauffachers. Übersetzung Marie-Christine Gay.

[15] Brief von Stauffacher an Stroux vom 3. Februar 1959, Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Nachlass Karl Heinz Stroux, KHS III 1.1. 6735.

[16] Brief von Stauffacher an Stroux vom 13. Juni 1959, Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Nachlass Karl Heinz Stroux, KHS III 1.1. 6735.

[17] Alfons Neukirchen: „Ein einziger wird nicht zum Nashorn“, Rheinische Post, 3. November 1959, Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Pressearchiv.

[18] „Nous ne parlions pas la même langue, mais nous parlions le même langage“. Text von Ionesco über Stroux, 1972, private Sammlung Eva Stroux’. Übersetzung Marie-Christine Gay.

[19] „Comme je voudrais que nous soyons en l’année 1958 et comme je voudrais recommencer, avec vous, et tout revivre“. Ebenda.

[20] „Vous êtes mon représentant général“. Brief von Ionesco an Stauffacher vom 31. Dezember 1962, private Sammlung Daniel Stauffachers.